Ausleitende Verfahren (NHP)

Ausleitende Verfahren (NHP)

Die ausleitenden Verfahren werden auch mit dem Begriff «Humoraltherapie» zusammengefasst. Darunter versteht man Methoden zur Entgiftung und Entschlackung der Körpersäfte (auf lateinisch humores = Säfte). Es gibt verschiedene Varianten der ausleitenden Verfahren. Zu den bekanntesten gehören: Schröpftherapie Aderlass Blutegel Baunscheidttherapie Kantharidenpflaster Neben diesen Methoden gibt es noch andere ausleitende Verfahren, die eingesetzt werden können, um den Körper von schlechten Stoffen zu reinigen: Wickel, Bäder, Anregung zum Schwitzen Mildes Abführen Anregung der Nieren und der Harnausscheidung Philosophie / Entstehungsgeschichte In früheren Zeiten glaubte man, Krankheiten würden aufgrund einer Verunreinigung und Vergiftung der Körpersäfte zustande kommen. Die berühmtesten ärzte im Altertum und im Mittelalter wie Hippokrates, Galen und Paracelsus nahmen eine «Dyskrasie der Säfte» an, das heisst eine schlechte Mischung von Blut, Lymphe, Galle und Schleim. Die logische Behandlung war, dem Körper die krankmachenden Säfte teilweise zu entziehen, also «auszuleiten». So sollte das Entziehen von Blut die Selbstreinigung des Blutes fördern, die Zusammensetzung der Körpersäfte verbessern und den gesamten Stoffwechsel sowie die Abwehrkräfte anregen. Technik der ausleitenden Verfahren Bevor ein ausleitendes Verfahren angewendet wird, führt der Therapeut ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und untersucht ihn gründlich. Von den Beschwerden ausgehend versucht der Therapeut darauf Rückschlüsse zu ziehen, wo im Körper die Störung liegen könnte und welche Behandlung notwendig ist. Schröpfen Das Schröpfen aktiviert Reflexzonen am Rücken, die ihrerseits auf innere Organe und Organsysteme einwirken. Der Schröpftherapeut tastet den Rücken des Patienten ab, um sogenannte «Gelosen» zu finden. Dies sind Erhebungen, Verhärtungen oder Dellen in der Haut, die auf bestimmte Erkrankungen hinweisen. Je nach Aussehen, Härte und Beschaffenheit der Gelose wird entweder das blutige oder das unblutige Schröpfen angewandt: Blutiges Schröpfen: Nach der Desinfektion der Haut sticht der Therapeut mit einem speziellen «Stichelgerät» 5 bis 8 Millimeter tief in die Haut, bis etwas Blut austritt. Danach setzt er einen sogenannten Schröpfkopf aus Glas über die Stichstelle. Damit der Schröpfkopf auf der Haut haften bleibt, muss der Therapeut darin ein Vakuum (Luftleere) erzeugen. Dies ist möglich entweder durch das Abbrennen eines Wattebauschs im Schröpfkopf (dadurch entsteht warme Luft, die beim Abkühlen das Vakuum bildet) oder durch das Auspumpen des Schröpfkopfs mit einer Vakuumpumpe. Nach 5 bis 10 Minuten, wenn der Schröpfkopf etwa zu einem Drittel mit Blut gefüllt ist, wird er abgenommen. Anschliessend versorgt der Therapeut die Wunde mit einem Pflaster. Unblutiges Schröpfen: Dabei setzt der Therapeut den Schröpfkopf auf, ohne vorher die Haut zu verletzen. Die Wirkung des trockenen Schröpfens besteht darin, dass die Durchblutung gefördert und das Unterhautgewebe angeregt wird. Wie kann das Schröpfen eingesetzt werden Grundsätzlich kann das Schröpfen bei sehr vielen Beschwerden Linderung oder Heilung bringen. Besonders geeignet ist es bei: entzündlichen Erkrankungen (zum Beispiel chronische Mandelentzündungen oder Lungenkrankheiten) Rückenschmerzen Hexenschuss und Ischias Erkrankungen der inneren Organe wie Gallenleiden oder Nierenkrankheiten chronischen Kopfschmerzen und Migräne Bluthochdruck rheumatischen Beschwerden (Gelenkschmerzen) Nebenwirkungen / Vorsichtsmaßnahmen Beim blutigen Schröpfen wird die Haut verletzt. Dabei besteht immer die Gefahr, dass sich die Wunde entzündet oder dass nach dem Abheilen eine Narbe zurückbleibt. Ausserdem müssen beim blutigen Schröpfen die hygienischen Vorsichtsmaßnahmen genau beachtet werden, um eine Übertragung von Bakterien oder Viren zu vermeiden. Das blutige Schröpfen sollte nicht eingesetzt werden bei: entzündlichen Veränderungen der Haut Blutungsneigung (zum Beispiel bei einer Behandlung mit Medikamenten zur Blutverdünnung) Blutarmut Neigung zum Kreislaufkollaps Beim unblutigen Schröpfen sind bei korrekter Anwendung keine Nebenwirkungen zu befürchten. Aderlass Bei einem Aderlass werden dem Patienten ein halber bis mehrere Deziliter Blut abgenommen. Dies geht gleich vor sich wie beim Blutspenden: Der Therapeut sticht mit einer dicken Kanüle in ein venöses Blutgefäss und fängt das austretende Blut in einem Gefäss auf. Wie kann ein Aderlass eingesetzt werden In der Schulmedizin werden Aderlässe in der Regel nur bei zwei Krankheiten eingesetzt: bei der Eisenspeicherkrankheit und bei der sogenannten Polycythämia vera (eine Überzahl an roten Blutkörperchen). Die Naturheilkunde empfiehlt Aderlässe auch bei weiteren Erkrankungen, zum Beispiel bei: Bluthochdruck Durchblutungsstörungen Krampfadern Wadenkrämpfen Nebenwirkungen / Vorsichtsmaßnahmen Wie bei allen Methoden, bei denen die Haut verletzt und mit Blut hantiert wird, muss man auch bei einem Aderlass die hygienischen Vorschriften sehr genau beachten, da sonst die Gefahr einer Übertragung von Krankheitskeimen besteht. Im weiteren ist ein Aderlass keine geeignete Therapiemethode, wenn man unter einer der folgenden Erkrankungen leidet: niedriger Blutdruck Blutgerinnungsstörungen Herzkrankheiten Blutarmut Neigung zum Kreislaufkollaps Blutegel Der Mund eines Blutegels besteht aus einem Saugnapf, der mit Beisswerkzeugen ausgestattet ist. Bei einer Blutegel-Therapie wird der Egel auf die Haut aufgesetzt, wo er sich festsaugt und sich in wenigen Minuten bis zu 15 ml Blut einverleibt. Beim Saugen setzt der Blutegel verschiedene Wirkstoffe frei, von denen besonders zwei wichtig sind: Hirudin verhindert die Blutgerinnung, Eglin lindert Entzündungen. Nach dem Saugen entfernt man den Blutegel mit einer Pinzette. Meistens werden gleichzeitig bis zu zehn Egel auf dem zu behandelnden Gebiet angebracht. Wie können Blutegel eingesetzt werden Blutegel werden vor allem zur Behandlung von Erkrankungen verwendet, die mit einem unerwünschten Blutstau, Schwellungen und Ödemen (Wasseransammlung im Gewebe) einhergehen: Krampfadern und sonstige Venenleiden beim akuten Gichtanfall bei rheumatischen Beschwerden (Gelenkschmerzen) Migräne Nasennebenhöhlenentzündung nach Hauttransplantationen Nebenwirkungen / Vorsichtsmaßnahmen Die heutzutage verwendeten Blutegel werden in speziellen Anstalten gezüchtet und nur einmal auf einen Menschen angesetzt. Es besteht deshalb bei diesem Vorgehen keine Gefahr, dass Krankheitskeime von Mensch zu Mensch übertragen werden. Auch sonst sind bei einem Einsatz von Blutegeln kaum Nebenwirkungen zu befürchten. Blutegel sollten nicht angewendet werden bei: einer Blutungsneigung Hautinfektionen Durchblutungsstörungen

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